Der historische Weiler Burgau

964 28. Jan. Herebrant überträgt seinen Besitz Purchouua dem Kloster St. Gallen quicquid proprietatis hodierna die visus sum possi dere in Purchouua marcho  UBSG III S. 26, Urk. 809 ; StiASG Urk. IV 497


um 1200  Im Spätmittelalter war Burgau eine Vogtei der Gielen von Glattburg. Die Vogteirechte waren Eigentum der Gielen. Die Gielen besassen Burgau nicht als Lehen, sondern als Allod, freie Bauern mit freiem Eigen. Burgau ist ein markgenossenschaftliches DorRQSG 2 S. 69 RQSG 2 S. XXVIII

 

um 1400 In den Appenzellerkriegen sollen die Burgauer Appenzeller Landleute gewesen sein. Die Burgauer lassen sich von den Appenzellern zu Landleuten annehmen RQSG 2 S. 70 5

Dazu in der Reimchronik des Appenzellerkrieges: "Ze Appentzell, ze Huntwil Von Herisow, von Urnäschen; ...Von Gossow, von Burgow ouch Von Flawil, im Wittenbach ...In Tüffen und zum Spicher, Sy lüffen dick hin und her Von Benglen und von Trogen ... Dasselb tättenz ouch uff Gaiss." Reimchronik S.79, Zeile 2559 ff

 

1632 Während der schweren Zeit des Dreissigjährigen Krieges lässt Ammann Peter Moosberger ein stattliches Bauernhaus und

1639 einen besonderen Anbau für Gerichts- und Amtstätigkeiten aus eigenen Mitteln erstellen. In dieser Gerichtsstube wird Niederes Recht gesprochen.


1469
 
10. Aug. 1469 Vereinbarung der Burgauer Offnung zwischen " junckher Rudolff IX. Giel von Glatpurg und gemain Hoffgenossen und mayer zü Burgow " RQSG 2 S. 74 ff; Original im Archiv PolG Flawil

In der Offnung ist eine umfangreiche Gesetzes-Sammlung und  Bussenordnung für den Burgauer Gerichtskreis niedergeschrieben. Diese Offnung stellt das älteste Gesetzbuch der Umgebung dar.

ca. 1475 Anhang zur Burgauer Offnung: "Offnung nach ze Burgöw und uff der Müllereck, von alter also gehalten" RQSG 2 S. 95 ff; StiASG Rubr. 91 Fasc 1, Nr 1 a


19. Juni 1485 Erstürmung und Einäscherung der Gielen-Glattburg durch Flawiler und Burgauer 1), nach gewissen Überlieferungen, um einen Burgauer Bauern namens Stähelin 2) aus dem Kerker der Glattburg zu befreien.1): RQSG 2 S. 10: 28 1485 20. [?] Juli Zerstörung der Veste Glattburg durch die aufständigen Burgauer und Flawiler 2):Bütler: Giel I S. 66, ferner Wegelin: Erster Theil S. 330 mit folgendem Text: „Einer seiner  Wernher Giels Angehörigen, Namens Stähelin von Burgau, ward von ihm, Schulden wegen, im Schloss Glattburg gefangen gehalten.“

23. Febr. 1486 Verkauf von Schloss und Herrschaft Glattburg mit der Vogtei und dem Niedergericht Burgau durch Werner II. Giel von Glattburg an die Abtei St. Gallen. Beim Kauf eingeschlossen sind 8 Schilling Zins von der Badstube in Burgau. Bütler: Giel I S. 66; Vadian: Chronik 2 S. 324 sowie S. 326 und 327. Von dort zitiert: „... das schloss und die herschaft Glatburg mit aller züghörd, ouch mit gerichten, zwingen und bennen, vogtien, ofnungen, büssen und fräflen zu Flawil, zü Burgow"  RQSG 2 S. 70 8) Orginalurkunde StiASG X 1 F 5; ferner StiASG Tom XA 787

 

7. Jan. 1560 Zuteilung der "höltzer" und "Gemainmercken" von Burgau, „jeder hushofstatt besonnders ... dem Rychen, wie dem armen..RQSG 2 S.99 ff Teilabdruck: „Verteilung der gemeinen Mark auf die einzelnen HaushofstättenNüwe ueberkommnus und verglyhung Enntzwüschen ainem Gotzhus sannct Gallen, unnd ainer ganntzen Gemaind zuo Burgouw, anthräffend die hüsser und hofstatten sampt den zuo thaillten höltzern und Gmainmercken wie und wellichermassen man sich füro hin jnn alweg halten solle etc"


7. Jan. 1661
Umwandlung der Zug- und Leibfrondienste in Geldabgabe RQSG 2 S. 103/104


1798 Aufhebung des Niedergerichts Burgau RQSG 2 S. 69 

1803 Bei der Kantonsgründung wird das Dorf Burgau zu Flawil eingegliedert.


1825 Gründung der Dorfkorporation Burgau

1840 Kaufen sich die Burgauer von der Zehntenpflicht gegenüber dem Spitalamt St. Gallen um den 20-fachen Wert los.

 

1953 Auflösung der Dorfkorporation Burgau auf deren eigenes Betreiben, d.h. Abtretung ihrer bisherigen Lasten an die Politische Gemeinde Flawil. Ausgeklammert wird die korporationseigene Wasserversorgung, die durch eine neue Realgenossenschaft weitergeführt wird.

 

1977 Burgau ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) inventarisiert worden, seither ist die “nationale Bedeutung“, als Fachmeinung vorhanden.

 

1953 Auflösung der Dorfkorporation Burgau unter Abtretung ihrer bisherigen Lasten an die Politische Gemeinde Flawil.

 

1964 Festliches Jubiläum „1000 Jahre Burgau“.

 

2005 Gründung des Einwohnervereins Burgau und Schliessung des Schulbetriebes.

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Zusammenfassung der Burgauer Chronik bis 2014
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Der Weiler Burgau im frühen Mittelalter von Stiftsarchivar Peter Erhart
Presseartikel 28. Januar 2014 / Wilerzeitung
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Die ausführlichen Burgauer Chroniken (Burgau-Schulgeschichte und Häuserdokumentationen) sind in der Kantonsbibliothek Vadiana oder im Stiftsarchiv St. Gallen zu finden.

Oder - bei der Kontaktperson:
Ruth Gurtner, Burgau, 9230 Flawil 071/393 67 82 gurtner@sunrise.ch.

Über weitere Hinweise, Ergänzungen und Korrekturen freut sich die Chronistin.